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Deutsche Telekom steigt in den Sportwetten-Markt ein

von Daniel

Deutsche Telekom

Was will die Deutsche Telekom mit Sportwetten?

Mit der Telekom drängt zum ersten Mal ein deutscher Wirtschaftsriese auf den Markt für Sportwetten und will sich frühzeitig ein Stück vom Kuchen sichern. Noch im März soll es losgehen - dass dafür momentan eine Lizenz fehlt, wird erstmal ignoriert.

Bereits im Herbst 2014 machte die Telekom ihr Interesse an einem möglichst raschen Einstieg im Sportwettenmarkt publik. "Der Einstieg ist für die Deutsche Telekom interessant, da der Sportwettenmarkt boomt", sagte damals eine Konzern-Sprecherin.

Beteiligung an der Deutsche Sportwetten GmbH

Die Bestrebungen der Telekom reichen bis ins Jahr 2012 zurück, als auf der Hauptversammlung erstmals auch das “Glücksspiel- oder Wettgeschäft” in die Satzung des Konzerns aufgenommen wurde. Im Herbst 2014 verdichteten sich die Meldungen, dass die Telekom durch eine Mehrheitsbeteiligung an der neu gegründeten Deutsche Sportwetten GmbH (DSW) einen Zugang auf den deutschen Sportwettenmarkt anstrebt.

Zu diesem Zweck erwarb der Kommunikationsriese 64 % der DSW von der Casinos Austria AG. Über die Höhe des Kaufpreises ist nichts bekannt.

 

Tipp3

Die Sportwetten der Telekom werden unter der Domain tipp3.de verfügbar sein

Die DSW lag zu diesem Zeitpunkt bereits aussichtsreich im Rennen um eine der begehrten 20 Lizenzen des hessischen Innenministeriums und erhielt diese wenige Wochen später. Allerdings klagten einige der nicht berücksichtigten Sportwettenanbieter gegen die Vergabepraxis. Momentan liegt das Verfahren auf Eis, doch die Telekom scharrt mit den Hufen und will möglichst rasch online gehen - zur Not zunächst auch mit einer österreichischen Lizenz.

Österreichische Konzession für Deutschland

Da die Vergabe der hessischen Sportwettenlizenzen derzeit noch ein Fall für die Gerichte ist, behilft sich die Telekom mit einem Trick. Eine Minderheit an der DSW hält nämlich immer noch deren ursprüngliche Muttergesellschaft, die Österreichische Sportwettengesellschaft ÖSW. Und jene ÖSW bietet im EU-Land Österreich seit Jahren mit staatlicher Lizenz Sportwetten an.

Für die Telekom reicht diese aus, um auch in Deutschland an den Start gehen zu können - zumindest solange, bis die Lizenz für die DSW durchgewunken ist. Ein solcher Winkelzug ist auch bei vielen etablierten Sportwettenanbietern gängige Praxis. Meist wird jedoch eine Lizenz aus einem EU-Staat wie Gibraltar oder Malta für den deutschen Markt genutzt.

Was können deutsche Kunden erwarten?

"Wir werden das Thema Sportwetten nicht neu erfinden, wir haben einen Partner an Bord.”, erklärte kürzlich ein Telekom-Sprecher. Bei diesem Partner handelt es sich um die Casinos Austria AG, die auch den österreichischen Sportwettenanbieter tipp3.at betreibt. Kein Wunder also, dass die Sportwetten der Telekom unter der Domain tipp3.de verfügbar sein werden.

Tipp3 Webseite

Der österreichische Sportwettenanbieter tipp3.at

Noch im ersten Quartal 2015 sollen die ersten Sportwetten zugänglich sein - vor allem in den Disziplinen Fußball, Basketball und Formel 1. Es werden nur Wetten auf den Profisport angeboten, der Amateurbereich wird komplett ausgeklammert. Was die Quoten betrifft, kann noch keine Aussage getroffen werden. Betrachtet man sich aber das österreichische Original von tipp3.at etwas genauer, stellt man schnell fest, dass die Quoten teilweise deutlich hinter denen privater Wettanbieter liegen. Durch die in Deutschland fällige Wettsteuer dürfte sich dieser Fakt noch verstärken.

Dass hier ein konkurrenzfähiger Buchmacher heranwächst, der es mit den etablierten Anbietern aufnehmen kann, darf also zunächst bezweifelt werden. Viel wichtiger ist der Fakt, dass die deutsche Wirtschaft offenbar die Berührungsängste mit dem lukrativen Glücksspielmarkt verliert. Das Engagement von Schwergewichten wie der Deutschen Telekom könnte somit endlich Bewegung in die Liberalisierung des deutschen Marktes bringen.

Kommentare

Antwort

30-03-2015 um 05:02 Uhr

Maigrit Illner hatte vor langem einen Albtraum- wie werde ich noch reicher?vielleicht mit Wetten, das müsste gehen, denn wenn man mal was verspielt, nicht so wild, haben es doch!Daraufhin ihr Mann ganz schnell gesagt: keine Sorgen machen Maigrit, das haben wir auch schon im Griff - Telekom wird einfach Wettbüro, das kriegen wir schon hin. Nun lächelt sie in Ihren Sendungen nur noch ganz verschmitzt!!

 

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