Arbeiten im Casino

Croupier, Poker Dealer und Co

Ein festlicher Saal, gedämpftes Licht, Gäste in Abendgarderobe, Cocktails und Champagner…. Die Arbeitsatmosphäre stimmt. Doch ist es wirklich spielend leicht, als Mitarbeiter einer Spielbank Geld zu verdienen?

Das Image der Spielbanken in den Metropolen und Kurorten dieser Welt hat sich tief in unseren Köpfen verfestigt. In den goldenen Zeiten gab es nichts, das mondäner war, als sein Geld mit Stil am Roulettetisch zu verlieren. Dementsprechend galt der Beruf des Croupier als Inbegriff einer Arbeit unter den Reichen und Schönen. Ein paar Jetons hier, eine Kugeldrehung da und natürlich horrende Trinkgelder. Dort Geld verdienen, wo andere Geld gewinnen. Ein guter Croupier litt nie unter Existenzängsten, denn an spielbegeisterten Gutverdienern würde es nie mangeln. Was ist geblieben von dem Traumberuf der Sechziger Jahre? Wie sieht heute die Arbeit im Glücksspielsektor aus?

Swiss Casinos Gruppe

Quelle: © Swiss Casinos Gruppe

 

So vielseitig das Glücksspiel, so vielseitig die Berufsbilder. In einem Casino arbeiten weit mehr Angestellte als nur die Croupiers an den Spieltischen. Sichtbar für die Gäste sind da die Empfangsmitarbeiter, Serviceangestellte und Sicherheitsmänner. Hinter den Kulissen agieren die Finanzabteilungen und Buchhalter, Techniker, das Sekretariat und das Marketing. Spielbanken sind Unternehmen mit vielen verschiedenen Arbeitsbereichen. Doch ein Arbeitsplatz im Glücksspielsektor kann auch ganz anders aussehen. Programmierer für Online-Casino-Software, Automatentechniker, Spielhallenbetreiber… Das Spektrum der Berufsfelder ist breit gefächert. Mit dem Wandel des Glücksspiels haben sich auch Berufsbilder verändert. Der Traum vom Werdegang vom Hilfscroupier zum erfolgreichen Spielemacher in Las Vegas ist geblieben.

Ist eine große Karriere im Glücksspiel noch zu verwirklichen? Immer noch tragen Croupiers tadellos gebügelte Anzüge bei der Arbeit – die Gäste des Casinos erscheinen jedoch mittlerweile in Jeans und T-Shirt und sind bei Weitem nicht mehr so spendabel.

Der professionelle Glücksbringer – Traumberuf Croupier

Ein Croupier organisiert den Spielbetrieb und stellt den korrekten Verlauf von Roulette, Black Jack und Co sicher. Noch vor ein paar Jahrzehnten galt diese Arbeit als absoluter Traumberuf. Eine Tätigkeit in glamouröser Atmosphäre, unterhaltend, nie langweilig und Trinkgelder bis zum Abwinken. Wer die Voraussetzungen erfüllte, schien niemals um sein Einkommen fürchten zu müssen.

Die Anforderungen sind aber alles andere als simpel. Hinter der gelassenen Professionalität steckt permanente Konzentration auf höchstem Niveau und ein unablässiges Multitasking, das für die Gäste unsichtbar bleiben soll.

Aufgaben des Croupiers

Am französischen Roulettetisch gibt es normalerweise vier Croupiers: Der Wurfcroupier ist für die Spieler der interessanteste Mann am Tisch, denn er wirft die alles entscheidende Kugel, nimmt die Einsätze entgegen und spricht den berühmten Satz: „Rien ne va plus!“ in all seinen Abwandlungen. Der Saladier und der Kopfcroupier sind hauptsächlich mit dem Einsammeln und Ordnen der Jetons beschäftigt, aber auch für die Verwaltung des „Tronc“ zuständig, das ist sozusagen der Trinkgeldtopf der Mitarbeiter. Es fehlt der Tischcroupier. Der sitzt meist auf einem erhöhten Stuhl und überblickt das Spielgeschehen. Das ist eine recht schweigsame Angelegenheit, denn reden tut er nur, wenn es zu Unstimmigkeiten oder Fehlern beim Spiel kommen sollte. Er hat die Aufgabe, als „Außenstehender“ das Spiel und alle Handlungen neutral und schnell zu beurteilen. Beim amerikanischen Roulette agieren meist nur zwei Croupiers. Einer, der das Spiel ausführt und einer, der den Spielverlauf überwacht.

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Die Spielbanken haben verschiedene Rotationssysteme an den Tischen, um sicherzustellen, dass die Aufmerksamkeit der Angestellten nicht leidet und Manipulation ausgeschlossen werden kann. Tischcroupiers sind meist erfahrenere Kollegen, wobei die verschiedenen Positionen untereinander gewechselt werden.

Neben Roulette gehört auch das Kartenspiel Black Jack zum Standard. Der Croupier ist hier der Bankhalter. Er mischt und gibt die Karten aus, und er ist für Einsätze und Auszahlungen zuständig. Im Laufe einer Karriere lernen Croupiers auch andere Spiele zu führen, wie beispielsweise Poker oder Baccarat. Mit dem wachsenden Erfolg der Automatenspiele hat sich der Aufgabenbereich für Mitarbeiter des Großen Spiels in manchen Spielbanken auch auf die maschinellen Spiele ausgeweitet.

Was ein Croupier können muss

Mitbringen sollte ein Croupier vor allem zwei Dinge: seriöses Auftreten und ein Händchen für Zahlen. Ein gepflegtes Äußeres ist absoluter Standard. Anzug und Fliege sind die Arbeitskleidung eines Croupiers. Auch wenn von ihm grundsätzlich Zurückhaltung und eine gewisse Verschwiegenheit verlangt wird, sollte er sich in guten Umgangsformen und Etikette üben. Auch wenn der Glanz alter Zeiten nicht mehr ganz so hell schimmert, ist Höflichkeit und zuvorkommendes Auftreten gegenüber den Gästen immer noch Pflicht.

Eine größere Unterhaltung mit den Spielern ist verboten, auch sprechen sich Kollegen vor den Gästen nicht mit Namen an. Die Kunst besteht darin, Anonymität und Professionalität zu wahren, aber gleichzeitig für eine angenehme Stimmung an den Tischen zu sorgen. Ein Croupier ist dazu fähig, mit allen Gemütszuständen seiner Spieler umzugehen und die Höhen und Tiefen eines Spieleabends zu bewerkstelligen. Was macht man, wenn ein Spieler versucht das Spiel heimlich zu manipulieren? Wie geht man mit Spielern um, die Haus und Hof verspielt haben und sich verzweifelt auf die Jetons stürzen? Kurz gesagt: Es ist Fingerspitzengefühl im Umgang mit Gästen gefordert.

Dazu kommt die Fingerfertigkeit im Umgang mit Jetons und Karten. Die Handbewegungen müssen elegant und fließend wirken. Das Stapeln der Jetons und das Kartenmischen muss in jedem neuen Turnus einwandfrei von der Hand gehen. Manchmal braucht es Jahre zum perfekten Dreh am Kessel oder den einwandfreien Griff am Rateau, eines der komplizierten „Werkzeuge“ eines Croupiers.

Die Technik hat uns viele Aufgaben abgenommen, wer rechnet heute noch im Kopf? Man zückt sein Smartphone und erhält in Sekundenschnelle Rechenergebnisse. Das Rechnen ist dem Job des Croupiers erhalten geblieben, Kopfrechnen gehört zum Arbeitsalltag. Beim Einsammeln der Jetons zählt er – natürlich ohne es sich anmerken zu lassen – Gewinnsummen im Kopf aus, die er umgehend elegant ausbezahlt. Ein kleiner Fehler reicht, um die Autorität am Tisch zu verlieren.

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Arbeitszeiten und Bezahlung

Die Arbeitszeiten sind mehr etwas für Nachteulen, da verhält es sich wie in anderen Unterhaltungsbranchen auch. Zwar gibt es natürlich Schichtsysteme, doch wer in einer Spielbank arbeiten will, muss sich dauerhaft auf nächtliche Arbeitszeiten einstellen, meist bis vier Uhr morgens.

Die Bezahlung der Mitarbeiter am Tisch ist immer noch eine Besonderheit. Sie werden aus dem „Tronc“ bezahlt. Das ist das Geld, das die Spieler den Angestellten als Trinkgeld überlassen. Je erfolgreicher das Spiel, desto freigiebiger die Spieler. Natürlich haben die Mitarbeiter ein gewisses Grundgehalt sicher. Übersteigt der Tronc die Summe der Grundgehälter, wird der Überschuss ausbezahlt. Das heißt, ein Croupier hat in der Regel ein variierendes Monatseinkommen. Das Einsteigergehalt erscheint mit circa 1500 € übersichtlich, später sind 3000 € bis 5000 € möglich. Sind die Spieler jedoch nicht großzügig, so hat auch der Croupier keinen Extracent in der Tasche, im Grunde ähnlich wie bei Servicekräften in der Gastronomie, deren Gehälter extrem von den Entscheidungen der Gäste abhängen.

Die Ausbildung zum Croupier

Ihre Croupiers auszubilden, das übernehmen die Spielbanken meist selbst. Das heißt, die Casinos bilden ihren Nachwuchs in direkt in der Spielbank integrierten Lehrzentren aus. Es gibt allerdings auch spezielle Croupier-Schulen, die eine private Ausbildung zum Spieleexperten anbieten, die meisten befinden sich in der Schweiz und Österreich, aber auch im deutschen Lindau oder in Marseille an der Südküste Frankreichs.

Croupier kann grundsätzlich jeder werden, der ein einwandfreies Führungszeugnis und Schuldenfreiheit nachweisen kann, außerdem muss man natürlich volljährig sein.

Viele versuchen sich am Aufnahmetest der Spielbanken und die meisten scheitern bereits bei diesem ersten Schritt. Sollte man die erste Prüfung bestanden haben, dann folgt ein mehrwöchiger, meistens aber mehrmonatiger Kurs, dem die Mehrheit der verbleibenden Teilnehmer wiederum nicht Stand hält. Neben dem endlosen Stapeln von Jetons und stundenlangem Kartenmischen müssen die angehenden Croupiers Unmengen an Zahlenkombinationen auswendig lernen und Gewinnergebnisse spielend errechnen lernen. Allein 180 Annoncenmöglichkeiten im Roulette müssen zur Selbstverständlichkeit werden und die Anordnung der Zahlen im Kessel – vorwärts und rückwärts – gehört zum Basiswissen. Nicht nur das: eine Unterweisung in die Spielautomatentechnik ist meist im Programm enthalten, ebenso die Vermittlung der Fachbegriffe in mehreren Fremdsprachen wie Französisch oder Italienisch.

Außerdem gibt es dann natürlich noch Seminare für den Umgang mit Gästen. Besonders wichtig ist hier das Thema Spielsucht. Ein Croupier sollte seine Spieler aufmerksam beobachten und Symptome für Spielsucht erkennen und melden. Dies ist der große Drahtseilakt in der Einschätzung von Gästen: Woher weiß man, ob ein Spieler gerade sein letztes Hemd setzt oder die gesetzten tausend Euro im Spiel für ihn eine Kleinigkeit bedeuten? Und sich selbst darf man dabei das Geschäft nicht verderben. Wer das Zahlenpauken und Jetonstapeln nicht durchhält, oder gar in der Abschlussprüfung durchfällt, hat wie der Spieler am Tisch Pech gehabt: Geld für die Ausbildungszeit gibt es keines.

Früher galt es, sich klassisch „hochzuarbeiten“. Meist fing man als Page oder Garderobenordner an und landete irgendwann am Spieltisch. Nach Jahren erfolgreicher Arbeit avancierte man dann zum Saalchef oder Geschäftsführer. Heute läuft eine Karriere im Casino ebenfalls in festen Bahnen, jedoch bei weitem flexibler als in den guten, alten Zeiten. Trotzdem braucht man auch heute noch in vielen Spielbanken eine Erfahrung von fünf Jahren, um zum Beispiel die Stellung des Tischcroupiers ausfüllen zu dürfen.

Die Croupière – Frauen im Casino

Es ist noch nicht so lange her, tatsächlich nur ein paar Jahre, dass Frauen höchstens als Spielende an den Roulettetischen zu finden waren. Der Job des Croupiers war eine reine Männerdomäne. Das Bild hat sich, wie in vielen Berufen, in den letzten Jahren gewandelt. Weibliche Spielmacher haben sich mittlerweile durchgesetzt und machen oft rund ein Viertel der Spieltechniker aus. Zum Beispiel arbeiten in der Spielbank Hohensyburg 170 Croupiers, rund 25 % davon sind Frauen. In vielen Casinos beträgt die Frauenquote um die 30 %, mit dem Langzeitziel, irgendwann einen ausgeglichenen Männer- und Frauenanteil zu beschäftigen. Auch die Gäste haben sich an weibliche Bankhalter und Poker-Dealer gewöhnt. Einige bevorzugen sogar den weiblichen Dreh am Roulettekessel.

Die Zahlen beweisen jedenfalls, dass Frauen den Männern in Sachen Geschicklichkeit und Rechentalent in nichts nachstehen.

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Weitere Berufsbilder in Spielbanken

In Bayern sind insgesamt 620 Mitarbeiter in neun Spielbanken beschäftigt. Davon sind um die 430 sogenannte Spieltechniker, also Croupiers, Automatenaufsichten, Kassierer und Saalchefs. Circa 180 Personen sind „Nichtspieltechniker“, also Mitarbeiter, die nur indirekt mit dem Spiel zu tun haben. Das sind zum Beispiel Rezeptionisten, Kellner, Verwaltungsangestellte oder Techniker. Die Arbeitsmöglichkeiten sind also breit gefächert, tatsächliche Arbeitsplätze aber recht rar gesät.

Die Servicejobs in einer Spielbank ähneln jenen in einem guten Hotel oder Restaurant.

Rezeptions- und Empfangsmitarbeiter kümmern sich um die Begrüßung und Orientierung der Gäste. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Garderobe zu verwahren, Autos zu parken und den Gästen einen Rundum-Service zu bieten. Genauso kundenorientiert agieren die Service-Mitarbeiter vor und hinter der Bar: Sie mixen Cocktails, halten den Saal ordentlich und erfüllen die Wünsche der Gäste. Besonders junge Leute mit Ausbildung im Hotelfach und Gastronomie sind hier gefragt.

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Sicherheitsangestellte werden entweder direkt oder über eine Personalfirma eingestellt. Die gängigen Voraussetzungen wie einwandfreies Führungszeugnis und dem branchenüblichen Sachkunde-Schein nach §34a gelten auch hier. „Surveillance“-Mitarbeiter sind hinter den Kulissen zu finden. Meist sind das Mitarbeiter mit einer Ausbildung im Sicherheitsbereich, die zusätzlich auch technische Qualifikationen mitbringen. Sie kontrollieren die Spielvorgänge im Casino mit modernster Überwachungstechnik und melden umgehend, wenn Verdacht auf Manipulation besteht.

Wenn die Spielbank einen großen Bereich für Slotmaschinen aufweist, gibt es auch Angestellte, die nur dem Automatenspiel zugeteilt sind. Die sogenannten Fachkräfte für Automatenservice überwachen das Spiel an den Maschinen, zahlen größere Gewinne aus oder wechseln Geld, und gewährleisten die tadellose Funktion der Unterhaltungsautomaten. Speziell hierzu bieten manche Spielbanken eine zweijährige Ausbildung an.

Kassierer sollten den Umgang mit Bargeld lieben, den damit haben sie die gesamte Schicht zu tun. Sie wechseln Jetons und Bargeld und halten die Kassenbestände in Ordnung. Eine Stufe höher agieren Cash Desk Supervisors – die Bezeichnungen können variieren: Sie behalten den Überblick über die Transaktionen der Spielbank und sind zuständig für die Abrechnung des Geldverkehrs. Viele Verwaltungsangestellte einer Spielbank arbeiten meist gar nicht direkt im Casino. Der Großteil der Spielbanken wird mittlerweile zentralisiert verwaltet. In Nordrhein-Westfalen sitzt das Gehirn der Spielbanken in Duisburg. Die Westspiel-Gruppe verwaltet mit rund 50 Mitarbeitern von dort sechs Spielbanken und zwei Dependancen. Die Verwaltung besteht wie in jedem größerem Unternehmen auch aus Personalwesen, Finanz- und Rechtsabteilung, aber auch Kommunikations- oder Pressestelle. Wer sich eine Beamtenkarriere und Arbeit in einer Spielbank wünscht, der sollte darauf hinarbeiten, einer der Finanzbeamten in deutschen Spielbanken zu werden, die jeden Tag die Abgaben ans Land kassieren. Das Zugegensein eines Finanzbeamten ist Pflicht, um die Spielbank öffnen zu können. Für Mitarbeiter eines Casinos ist das Spielen in der eigenen Spielbank meist untersagt. Viele Croupiers besuchen jedoch auch andere Spielbanken, um die Rolle des Gastes einzunehmen, nicht nur zum privaten Vergnügen, sondern auch um ihr tägliches Klientel besser zu verstehen.

 

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Aussichten für Roulette-Profis und Co

Auch wenn man nach der Ausbildung recht große Chancen hat, direkt einen Job zu finden, gehört der Beruf des Croupiers nicht zu den Zukunftsmodellen moderner Arbeit. Das größte Problem ist der recht übersichtliche Arbeitsmarkt. Zum einen kämpfen viele Spielbanken um ihre Existenz und beklagen seit Jahren einen Rückgang der Spielerzahlen. Zum anderen ist man mit der Ausbildung zum professionellen Angestellten im Glücksspiel an den speziellen Sektor gebunden. Außerhalb von Spielbanken gibt es keine Arbeitsmöglichkeiten. Als Buchhalter oder Sicherheitsmann hat man eine Bandbreite anderer möglicher Arbeitsplätze. Sollte die eigene Spielbank schließen müssen, hat man es als Croupier ungleich schwerer eine neue Stelle im gesättigten Markt zu finden.

Mittlerweile machen die Spielbanken ein größeres Geschäft mit den Automaten als mit dem Großen Spiel, das auch personalintensiver ist. Zum Beispiel sind von den 70 Angestellten des Casinos in Kassel gerade einmal 15 sogenannte Spieltechniker wie Croupiers für Roulette. 40 Euro lässt ein Gast in Kassel durchschnittlich am Spieltisch, ein eher magerer Betrag. Solche Gäste bringen dementsprechend wenig Trinkgeld.

Eine Tätigkeit als Croupier ist ein beliebter Studentenjob geworden. Um die kleinen Lücken zu füllen sind Studenten gern gesehene Arbeitnehmer in den Spielbanken. Wenn einmal Stellenausschreibungen auf den Webseiten der Casinos erscheinen, sind es meist an Studenten gerichtete Einladungen. Vierwöchige Kurse zur Ausbildung zum Poker-Dealer sind beliebte Einstiegsmöglichkeiten, um als studentische Aushilfskraft die Karten fliegen lassen zu dürfen. Der Lohn ist mit 10 € bis 13 € für einen Aushilfsjob nicht schlecht, er ist aber auch sehr viel stressiger als Mathematik-Nachhilfe zu geben.

Wer sich für den Beruf des Croupiers entscheidet, muss eine große Umzugsbereitschaft mitbringen. Mobilität ist Voraussetzung, denn es ist durchaus wahrscheinlich, dass man nach der Ausbildung zum Beispiel einen Job in einer anderen Stadt oder im Ausland findet, wo der Markt etwas offener ist.

Arbeiten in Spielhallen

Jobs an den Automatenspielen haben den Ruf einer eher schlecht bezahlten Aushilfstätigkeit, die sich auf Getränkeausgabe und Geldwechsel beschränkt. Neben dieser mehr oder weniger gastronomischen Tätigkeit gibt es mittlerweile aber eine Reihe interessanter Alternativen. Die Automatenbranche boomt, sowohl in traditionellen Spielbanken als auch in privaten Spielhallen. Der Bundesverband der Automatenunternehmer beziffert die Zahl seiner Beschäftigen in Deutschland auf 70.000, davon der Großteil weibliche Mitarbeiter. Seit 2008 gibt es zwei neue Ausbildungsberufe in der Branche: Die „Fachkraft für strongAutomatenservice“ und den „Automatenfachmann“. Erstere ist eine Ausbildung für die Dauer von zwei Jahren, den Fachmann erhält man nach drei Jahren. Die Ausbildung bezieht sich natürlich nicht ausschließlich auf Spielautomaten, doch der Hauptumsatz der Branche wird mit den ca. 250.000 Unterhaltungsmaschinen gemacht und diese wollen aufgestellt, geleert und gewartet werden. Man lernt in der Ausbildung nicht nur solche Automaten anzuschließen oder zu reparieren, sondern auch die Durchführung professioneller Kundengespräche und Beratung von Betreibern von Gaststätten und Spielhallen. Wer das dritte Lehrjahr zum Fachmann dranhängt, kann sich auf Marketing, Personalwesen oder technische Geschäftsprozesse spezialisieren.

Es gibt in Deutschland mittlerweile neun Berufsschulen, die diesen eher exotischen Fachbereich anbieten. Eine Ausbildung kann man auch in den großen Ketten der Automatencasinos – wie Merkur (Gauselmann AG) oder Spielstation (Schmidt-Gruppe) – starten. Wer technisch interessiert ist und sich für Automaten begeistert, hat den Vorteil mit der Ausbildung nicht nur auf Spielautomaten beschränkt zu sein. Die Welt ist voller Automaten, von Fahrkarten- bis hin zum Parkscheinautomat. Somit hat man trotz dem recht außergewöhnlichen Ausbildungsberuf gute Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz. Am krönendes Ende winkt irgendwann die Geschäftsführung des eigenen Spieletempels.

Ausbildung in der Automatenwirtschaft

Grundsätzlich gilt auch bei der Arbeit in Spielhallen: Man sollte Spaß am Umgang mit der Spielerklientel haben und ebenfalls ein guter Kopfrechner sein: Das Rechnen sollte schneller „von der Hand gehen“ als beim Durchschnittsbürger. Mit dem gediegenen Ambiente einer Spielbank können nicht alle Spielhallen mithalten, dementsprechend ist der Arbeitsplatz weniger glamourös. Gesetzliche Bestimmungen muss man trotzdem strikt einhalten, Jugend- und Spielerschutz werden – wie auch in Spielbanken – groß geschrieben.

Betreiber einer Spielhalle zu werden ist heutzutage nicht so einfach. Neue Auflagen erschweren die Suche nach einen geeigneten Mietobjekt, und die Überprüfung der persönlichen Eignung für den Betrieb eines Spielparadieses ist strenger geworden.

Auch wenn sich Gesetze und Restriktionen für Spielhallen und Automatenspiele immer wieder ändern können und sich somit auf den Markt auswirken, noch scheint die Branche stabil. Mehr als das: Sie wächst jedes Jahr und mit ihr die Beschäftigtenzahlen. Die Verbände und Unternehmen rühren ordentlich die Werbetrommel auf Ausbildungsmessen und Internetforen, eine Karriere im Automatengeschäft hat zumindest aus wirtschaftlicher Sicht Potential.

Berufe rund um Online Casinos

Kaum eine Branche hat im letzten Jahrzehnt eine derartige Explosion erlebt wie die Casinos im World Wide Web. Der Markt ist milliardenschwer und deshalb versuchen eine Menge Unternehmer ihr Glück im Onlinespiel. Jedoch nicht als Spieler, sondern als Betreiber einer Casino-Webseite.

Berufe in und um die digitalen Casinos haben natürlich hauptsächlich mit Computern zu tun. Vom Spieleentwickler bis zum Webdesigner, alle IT-Berufe können mit dem Spiel im Netz verbunden sein. Bewerben kann man sich bei den einschlägigen Casino Softwarefirmen. Am wichtigsten ist natürlich die Sicherstellung des fehlerlosen Ablaufs, Bugs müssen eliminiert und Prozesse optimiert werden.

Eine weitere wichtige Säule ist der Kundenservice. Ein Unternehmen, das schwer zu erreichen ist, erscheint wenig seriös. Betreiber suchen Mitarbeiter für den Costumer Support, der am besten 24 Stunden am Tag zu erreichen sein sollte: Chatsitzungen abzuhalten, Anfragen zu beantworten und Reklamationenv zu bearbeiten gehören unter anderem zu den Aufgaben. Ein gut funktionierender Kundenservice mindert die Skepsis, die Spieler haben, wenn sie online Geld investieren. Im Grunde sind diese Servicemitarbeiter wie der Casino Host in einer echten Spielbank, alle Bedenken sollten aus dem Weg geräumt und alle Probleme gelöst werden. Die meisten Online Casinos halten sich nur langfristig, wenn sie eine gute Marketing- und Werbestrategie verfolgen. Gefragt sind also Marketingprofis, für die das Internet ein selbstverständlicher Arbeitsplatz ist.

Problematisch wird es, wenn jemand sich überlegt, selbst am Milliardenspiel verdienen zu wollen – und zwar als Betreiber einer Webseite. Dies gestaltet sich so kompliziert, da man viele Richtlinien befolgen muss, um nicht mit einem Bein im Gefängnis zu stehen. Die Umsatzzahlen versprechen beste Aussichten für die Zukunft, die meisten Gesetzgeber halten jedoch nicht Schritt mit der digitalen Entwicklung. Lizenzen sind nicht einfach zu bekommen und mehr als einmal sind Unternehmer Pleite gegangen, weil sie Gewinne an Spieler nicht mehr ausbezahlen konnten. Karrieren im Onlinespiel in Deutschland werden erst mit dem Reformierung der rechtlichen Grauzone besser definiert werden können, obgleich das Marktpotential bereits vorhanden ist.

Ein Traum bleibt – Las Vegas

Für viele Croupiers und Beschäftigte im Glücksspiel ist eine internationale Karriere alles andere als abschreckend. Die meisten werden multilingual ausgebildet, so ist es grundsätzlich leicht in einem anderen Land zu arbeiten. Die besten Chancen hat man sicherlich in der Schweiz. Dort werden lockerere Glücksspielgesetze verfolgt und Casinos suchen mehr Personal als in Deutschland. Da Fachbegriffe meist auch in Französisch und Italienisch vermittelt werden, haben Deutsche also beste Chancen, dort einen Job zu ergattern.

Der attraktivste Arbeitsplatz ist für viele Fans des Glücksspiels aber der Klassiker: Las Vegas. Zumindest privat will man einmal die Spielhölle in der Wüste Nevadas gesehen haben. Den Wunsch in Las Vegas zu arbeiten, wenigstens eine Zeit lang, hatten oder haben die meisten Croupiers und Poker-Dealer. Der Traum bleibt aber meist ein Traum, denn auch der größte Optimist wird zugeben müssen, dass die dortigen Casinos nicht auf europäische Croupiers angewiesen sind. Sie haben die bequeme Position, sich die Besten unter unzähligen Bewerbern aussuchen zu können. Europäer anzustellen gestaltet sich für amerikanische Casinos als schwierig und kaum eine Spielbank wird die Umstände auf sich nehmen wollen, sich um ein Arbeitsvisum zu kümmern. Arbeitsvisa für die USA sind heißbegehrte Tickets für die Karriere der unbegrenzten Möglichkeiten, die u.a. in der Green Card Lotterie verlost werden. Die Wahrscheinlichkeit ein solches Ticket zu erhalten, sind verschwindend gering. Doch ein echter Croupier weiß auch: Nichts ist unmöglich, schon gar nicht im Glücksspiel.

Quellen:

Automaten Wirtschaftsverbände:

Bundesverband Automatenunternehmer:

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