Christian Kaisan

Christian Kaisan

Kesselgucker Christian Kaisan, genannt "der Sachse"

Drei Jahre hat der Sachse Christian Kaisan nur geübt. Dann wagte er den Schritt an den Roulettetisch, setzte Geld und gewann. Doch seine Erfolgsgeschichte fand ein jähes Ende.

Christian Kaisan, der den Spitznamen „der Sachse“ trägt, ist wohl jedem Roulettespieler ein Begriff: Er ist der Kesselgucker, der es nicht nur zu Millionen, sondern auch zu internationaler Berühmtheit gebracht hat. Weltweit ist Kaisan von Casino zu Casino gereist und hat mit seiner fast einzigartigen Fähigkeit viel Geld verdient. Doch wer ist dieser Mann und wie wurde er zu dem, der er heute ist?

Christian Kaisan und die ersten Schritte

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Angefangen hat alles in der DDR, 1968, als dort die gesetzlichen Regelungen für das Glücksspiel geändert wurden. Der Sachse Christian Kaisan wird Teil des sich entwickelnden Glückspielmilieus und erfindet sogar ein eigenes Würfelspiel (Kai San). Naja, und er gewinnt eben Geld. So viel, dass er immer mehr darüber nachdenkt, die DDR zu verlassen und im Westen sein Glück zu versuchen. Als dann 1980 das Glückspiel in der DDR wieder reglementiert wird, ist Kaisans Entscheidung eigentlich schon gefallen. Er muss dort weg.

Im Jahr 1981 ist es dann endlich soweit. Der Sachse Christian Kaisan kauft sich wortwörtlich aus der DDR frei und beginnt in Hamburg ein neues Leben. Hier bekommt er auch seinen Spitznamen „der Sachse“ – nicht nur, weil Christian Kaisan Sachse aus Leidenschaft ist, sondern natürlich auch wegen seines sächsischen Dialektes. Zunächst arbeitet er jedoch noch nicht als Kesselgucker, sondern lediglich als „Beobachter“. Er beobachtet alles, was es zu beobachten gilt, analysiert vor allem in der Spielbank Hittfeld bei Hamburg die verschiedenen Kessel – drei Jahre lang und ohne je einen Einsatz zu tätigen.

Wie der Sachse Roulette zu seinem Beruf machte

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1984 schließlich wagt Christian Kaysan den ausgiebig vorbereiteten Schritt. Lange genug hat er nun seine Schlüsse gezogen und seine Fähigkeiten zwischen dem Abwurf der Roulette Kugel und der berühmten Ansage „Rien ne va plus – Nichts geht mehr“ geübt – jetzt kann er am Rhythmus des Croupiers erkennen, in welchem Sektor die Kugel liegen bleiben wird. Er ist gut genug im Kesselgucken geworden.


Und es klappt. In den ersten sechs Wochen, in denen der Sachse Roulette spielt, gewinnt er mit seiner Fähigkeit insgesamt 70.000 DM. Und schnell wird Christian Kaysan klar, dass dies erst der Anfang ist. Er beginnt um die Welt zu reisen und besucht alle großen Casinos dieser Welt. Und gewinnt!

Zu diesem Zeitpunkt hat der Sachse Roulette zu seinem Beruf gemacht. Und dieser Beruf bringt ihm kein ganz schlechtes Gehalt ein. In Australien gewinnt Christian Kaisan einmal 500.000 DM in drei Tagen, in Kopenhagen schafft er den höchsten Tagesgewinn seines Lebens: 126.000 DM.

Er reist auch durch das Roulette Paradies eines jeden Spielers, besucht zahlreiche Casinos in den USA, vor allem in Las Vegas, und gewinnt. Fast überall und so gut wie immer. Einzig die Roulettekessel der Firmen Klaus und B&T liegen ihm nicht so. Wegen der vielen Kranzläufer, wie er selber angibt.

Der Sachse Christian Kaisan und das Hausverbot

Kesselgucker Kaisan

Der Sachse wie er leibt und lebt: natürlich am Roulettetisch.

Doch wie alle Geschichten, die viel zu gut klingen, um wahr zu sein, nimmt auch die Karriere von Kesselgucker Christian Kaisan eine unerwartete Wende.

Immer mehr Casinos auf der ganzen Welt verweigern dem Kesselgucker den Zugang zu ihren Häusern. Das können sie tun, weil sie das Hausrecht besitzen und ihm vorwerfen, mit unlauteren Mitteln zu spielen. Man könnte es natürlich auch anders sagen: Wenn der Sachse Roulette spielt, kostet das die meisten Casinos zu viel Geld. Einige begegnen dieser Tatsache mit Sonderregelungen für Kesselgucker, in dem sie die Zeit, die für den Einsatz des Geldes bleibt, immer mehr beschränken. Einfacher jedoch ist es für die meisten Häuser, Christian Kaisan einfach mit einem Hausverbot fernzuhalten.

In 60 der insgesamt 76 Spielbanken in Deutschland hat der Kesselgucker mittlerweile Hausverbot. Doch besonders hart trifft ihn das nicht mehr. Für ihn ist das Kesselgucken Vergangenheit. Über vier Millionen Mark hat er nach eigenen Angaben gewonnen, jetzt ist Christian Kaisan Kesselgucker im Ruhestand.

Es ihm gleichzutun und sich dem Kesselgucken zu widmen, davon rät er jedoch mit derselben Leidenschaft ab, mit der Christian Kaisan Sachse ist. Die höheren Kesselgeschwindigkeiten und die niedrigeren Geduldsschwellen der Casinos würden das verhindern. Das Kesselgucken ist so gut wie nirgendwo mehr möglich.

Doch das Glücksspiel hat den Roulette Rentner Christian Kaisan noch nicht so ganz losgelassen: Der Sachse arbeitet gerade an der Vermarktung seines Würfelspiels Kai San, dass er damals noch in der DDR entwickelt hatte. Wer weiß, vielleicht ist ihm das Glück ja auch dabei hold.

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