Vorwürfe der Geldwäsche gegen Casinos in Australien

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Die australische Finanzaufklärungsbehörde verdächtigt drei große Casinobetreiber der Geldwäsche. Es wurden bereits Millionenstrafen verhängt, die Ermittlungen laufen weiter.

Die sonst so heile Casinowelt in Australien wurde in den letzten Monaten gehörig durcheinander gewirbelt. Eine nationale Finanzaufklärungsbehörde verdächtigt drei große Casinobetreiber der Geldwäsche. Crown Resorts wurde bereits zu einer Millionenstrafe verurteilt. Gegen Star Entertainment und SkyCity Entertainment laufen aktuell noch Ermittlungen.

Lizenzentzug und Millionenstrafe für Crown Resorts

Die australische Glücksspielbehörde ILGA (Independent Liquor & Gaming Authority) führte seit 2020 Untersuchungen gegen das Glücksspielunternehmen Crown Resorts und dessen Eigentümer, dem Multi-Milliardär James Packer. Konkret ging es dabei um zweifelhafte Geschäfte mit einer chinesischer Glücksspiel-Agentur die nachweisbare Verbindungen zum organisierten Verbrechen hat und der damit zusammenhängende Verdacht der millionenschweren Geldwäsche.

crown resorts melbourne

Crown Melbourne Resort Casino (Quelle: www.visitmelbourne.com)

Im Februar 2021 fällte die ILGA dann ihr Urteil. Für ein Casino in Barangaroo in Sydney, wurde die dritte Lizenz entzogen. Dieses Casino wurde bereits fertiggestellt und kostete nach eigenen Angaben um die 2,4 Milliarden Dollar. Für ein weiteres Casino in New South Wales wurde ebenfalls die Lizenz entzogen und darf somit nicht in Betrieb genommen werden.

Will man die Lizenzen in Zukunft wieder erhalten, müssen Forderungen erfüllt werden. Unter anderem braucht es in Zukunft ein Compliance und Finanz-Audit, der unabhängig alle gesetzlichen Bestimmungen kontrolliert und überprüft.

Des Weiteren darf man keine weiteren Kooperationen mit Glücksspiel-Agenturen, sogenannte Junket-Agenturen eingehen und Eigentümer James Packer muss sich aus dem operativen Geschäftsaktivitäten zurückziehen. Mittlerweile ist Packer auch kein Vorstandsmitglied mehr.

Packer und der Aktiendeal

Für den Lizenzentzug des Casino in New South Wales war vor allem ein Punkt entscheidend, nämlich ein sehr umstrittener Aktiendeal des Eigentümers James Packer. Dieser soll 20 % seiner gesamten Aktien am Unternehmen an Lawrence Ho aus Hongkong angeboten haben.

Ho ist Gründer und Chef von Melco Resorts & Entertainment, ein weiteres Glücksspielunternehmen, das in ganz Asien und Europa operiert. Sowohl Lawrence Ho, als auch sein Vater Stanley Ho sollen im Verdacht stehen mit Verbrechersyndikaten Geschäfte zu betreiben.

Packer wusste, dass ihm ausdrücklich verboten wurde mit Melco Resorts zu kooperieren. Trotzdem wollte er einen Teil seiner Aktien für 1.8 Milliarden Dollar an Lawrence Ho verkaufen. Ein Teil dieses Geld wurde bereits transferiert, und damit hat Packer und somit auch Crown Resorts klar gegen die Lizenz-Vorschriften im Bundesstaat New South Wales verstoßen.

Nachfolgende Millionenstrafe

Im Mai folgte dann das nächste Urteil gegen Crown Resorts. Nachdem das Unternehmen im Februar für weitere Lizenzvergaben als ungeeignet eingestuft wurde, kam vier Monate später auch eine saftige Geldstrafe hinzu. Genauer gesagt muss Crown Resorts eine 14,4 Millionen Euro Strafe bezahlen. In dieser Summe fallen auch sämtliche Untersuchungskosten. Es ist nicht auszuschließen, dass Crown Resorts bis 2023 eine weitere Millionenstrafe entrichten muss.

Um in Zukunft besser gegen betrügerische Aktivitäten geschützt zu sein, muss für alle Casino-Spiele eine entsprechende Kartentechnologie verwendet werden. Zudem darf man künftig kein Bargeld mehr annehmen.

Helen Coonan übernimmt vorübergehend Crown Resorts

Nachdem sich Multimilliardär und Eigentümer James Packer seinen Rücktritt aus dem Vorstand und dem operativen Geschäft verkündet hat, erklärte auch CEO Ken Barton seinen Abschied aus der Führungsetage von Crown Resorts. Barton steht bei einem Rücktritt laut Vertrag eine Entschädigung von 3 Millionen Dollar zu.

Nachfolgerin von Barton wurde Helen Coonan, die bereits als Chairman tätig war. Die Ex-Ministerin übernimmt die Leitung von Crown Resorts aber nur vorübergehend. Der Vorstand von Crown Resorts wird sich in der Zwischenzeit um einen langfristigen Nachfolger bemühen.

Seit Coonan die Geschicke von Crown Resorts leitet, wurden bereits deutliche Fortschritte erzielt, um wieder Lizenzen für Casinos zu erhalten. Man stehe in ständiger Verbindung zur ILGA. Die interne Umstrukturierung ist bereits im Gange und die künftig erforderlichen Auflagen zum Erhalt neuer Lizenzen wird man stufenweise und mit großer Sorgfalt umsetzen.

Crown Resorts Perth, Star Entertainment und SkyCity Entertainment im Visier der Ermittler

Helen Coonan muss sich indes mit weiteren Untersuchungen auseinandersetzen, die nun auch das Crown Resorts Casino in Perth betreffen. Auch hier hängt die Casino-Lizenz am seidenen Faden, nachdem die Finanzaufsichtsbehörde AUSTRAC verdächtige Aktivitäten in Bezug auf Geldwäsche festgestellt hat.

Zwischen 2012 und 2016 soll man internationalen Casino-Besuchern erlaubt haben, Spielchips mit Kreditkarten oder Debitkarten zu kaufen, obwohl diese Zahlungsart für ausländische Gäste ausdrücklich im Abschnitt 68 des Victorian Casino Control Acts von 1991 verboten ist. Durch dieses Vorhaben konnte man mehr als 100 Millionen Euro umsetzen.

Verletzung der Sorgfaltspflicht bei Star Entertainment und SkyCity Entertainment

Sowohl Star Entertainment, als auch SkyCity Entertainment bestätigen die Untersuchungen seitens der AUSTRAC. Jedoch ist das Ausmaß nicht so weitreichend, wie bisher angenommen. Die Vorwürfen würden sich vor allem auf das Star Casino Sydney und das SkyCity Casino Adelaide beziehen. In beiden Fällen soll es zu einer Verletzung der Sorgfaltspflicht gekommen sein. Dabei hat man Kunden bedient, die bereits vorher als Hochrisiko-Kunden eingestuft wurden. Die Ermittlungen sind noch im Gange. Ob es auch ein entsprechendes Urteil geben wird, bleibt abzuwarten.

Wird Crown Resorts verkauft?

Auch wenn bei Crown Resorts die internen Umstrukturierungen laut Helen Coonan schon längst begonnen haben, steht auch ein Verkauf im Raum. Die New Yorker Investmentgesellschaft Blackstone bot inmitten der laufenden Ermittlungen 6.1 Milliarden Dollar als Übernahmeangebot. Blackstone ist ein bekannter Mitspieler und hält bereits Anteile an zahlreichen Casinos in Las Vegas und Macau. Auch bei Crown Resorts hat man einen Anteil von 9.99 %. Dieser Anteil entstand jedoch durch den Aktiendeal von Packer und Ho und deshalb wurde das Übernahmeangebot zurückgewiesen und wäre auch rechtlich nicht in Ordnung gewesen.

Derweil will Star Entertainment mit Crown Resorts fusionieren. 59 % der Aktien würde bei Crown Resorts bleiben, während 41 % bei Star Entertainment landen würden. Bislang gab es dazu aber noch keine konkreten Gespräche. Generell zeigt sich Crown Resorts für eine Fusion mit Star Entertainment aber offen.

Beitrag veröffentlicht am 07. Juli 2021

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